Konzert des Bläserensembles „inBRASS“

„5 Bleche für ein Halleluja“ – und in der Tat, das „Halleluja“ nach Leonard Cohen, eigens arrangiert von inBRASS-Chef und Trompeter Uwe Forstner, erklärtes Lieblingsstück von Hornistin Laura Berberich, erklang wunderschön in der Nikolauskirche am Sonntagabend. Aber bei weitem nicht nur dieses. So nahm das Blechbläserquintett, zu dem weiterhin Christian Künzler (Trompete), Leonard Issler (Posaune) und Roland Kappler (Tuba) gehören, in seinem Konzert die Gäste mit zu einer musikalischen Zeit- und Länderreise. „Wir möchten einen weiten Bogen spannen“, versprach Berberich nicht zu viel, die neben Forstner mit seinen Prosaanmerkungen der Moderation eine jugendlich-frische Note verlieh. Auf klassische Stücke wie die „Sonata zu 5 Stimmen“ über ein Wiener Strauss-Walzer-Medley aus dem 19ten Jahrhundert folgten schwungvolle ungarische Tänze. Eindrucksvoll zeigte jede Blech-Fraktion ihr Können beim mexikanisch-spanischen „La Cucaracha“, ehe das spielfreudige Ensemble voll in die zweite Hälfte des 20sten Jahrhunderts einbog mit einem verspielt-schrägen Disneyfilm-Medley und einem Klassiker neuerer Zeit, „Yesterday“ von den Beatles: Volltönend die Tuba, warm Posaune und Horn und darüber sich aufschwingend die Trompeten. Genial die „Bohemian Rhapsody“ von Queen, bei der sich die fünf Instrumente gegenseitig die Einsätze zuspielten, bei Tempo- und Taktwechseln zu Höchstform aufliefen. „Wenn die Kirchenmauern den Klängen der Posaune standhalten, gibt’s noch eine Zugabe!“ kündigte Berberich nach über einer Stunde das Spiritual „The walls of Jericho“ (Die Mauern von Jericho) humorvoll an. Und in der Tat: die Nikolauskirche hielt stand und war gerne auch Klangkörper für zwei Zugaben. „We are the champions“ von Queen beendete den mit viel Applaus bedachten Abend, zu welchem Forstner erklärte: „Die Champions, das sind Sie alle!“ Ohne Zweifel: über 80 Zuhörer, vom Enztal bis in den nördlichen Enzkreis hatten den Weg bei Regen und Sturm nicht gescheut und wurden mit Hörgenuss belohnt. Gerne wieder, versprach Forstner für das Quintett, denn er findet die Nikolauskirche „einfach schnuckelig“! (weg)