Erlebnis Osterweg

Besinnung, Abwechslung, Attraktion, Überraschung: der Osterweg in Ottenhausen schenkte alles. An neun ideenreich gestalteten Stationen entlang von Wald und frühlingserwachenden Wiesen konnten Groß und Klein die letzten Tage Jesu unmittelbar miterleben, vom Einzug in Jerusalem auf einem Esel bis zum Tod am Kreuz. Auch die verheißungsvolle Botschaft des leeren Grabes und des zerrissenen Vorhangs hatte das Team aus der evangelischen Kirchengemeinde liebevoll und detailreich umgesetzt. In der Tat für Jung und Alt gleichermaßen schön, wie bei Schülerin Nele aus Langenalb, die ihre Uroma aus Neuenbürg mitgebracht hatte und ihr die Texte an den Stationen konzentriert vorlas. „Gerade das Kindgerechte an Sprache und Darstellung spricht uns an“, erklärte das Ehepaar Rauland aus Pforzheim, das sich am Ostersonntag bereits zum zweiten Mal auf den Ottenhäuser Osterweg gemacht hatte. Und dem aus Draht geformten „Petrus-Hahn“, einem echten Hingucker, beim Krähen lauschte: In der Tat, dank QR-Code und Smartphone war auch das möglich. Mit allen Sinnen Jesu Leidensgeschichte erleben, das faszinierte auch Max Genssle, der samt Familie mit dem Fahrrad aus dem Ort gekommen war und unbedingt den im Garten Gethsemane flehend betenden Jesus berühren musste: Die Figuren Jesu und der Jünger perfekt inszeniert aus Kissen und Tüchern.

Naemi Beck aus Weiler testete mit ihren Geschwistern David und Helen, wieviel Schmerz sie auf dem kurzen Barfußparcours aushalten konnte – im Vergleich zu jenem Schmerz, den Jesus durch Dornenkrone und Schläge auszuhalten hatte. Und Cara und Remo Lehmann studierten die Geschichte vom letzten Abendmahl, das auf freiem Feld eindrucksvoll aufgebaut war.

„Liebevoll gestaltet, faszinierend gemacht“, war von vielen zu hören, die den Weg begingen. „Am Samstag mussten wir schon die Brotrezepte am Abendmahlstisch nachfüllen und die Steine an den drei Kreuzen“, freute sich Jutta Zink und erklärte die Entstehung des Osterweges: „Nach dem Erfolg des Weihnachtsweges hatten wir uns zu einer – virtuellen - Rückmelderunde getroffen. Schnell war klar, dass wir auch für Ostern etwas machen wollten. Über zehn Freiwillige sind zusammengekommen. Ganz kurzfristig hat jede und jeder an der Station mitgewirkt, zu der sie oder er Freude und Ideen hatte. Das hat wunderbar funktioniert.“ Vom Abendmahlstisch mit handgefertigten Holzbechern und echtem Brot über Jesu Todesanzeige und Auferstehung mit der Grabhöhle in Form eines Igluzeltes, originell wie eindrucksvoll, bis hin zum bunten Frühlingsblumenkreuz, das den Weg hin zum neuen Leben mit Gott weist, war an jeder Station die Freude an der Gestaltung zu spüren. Wie viele Menschen den Weg begingen, zeigten die vielen Dankes-Botschaften, mit denen die drei beeindruckend-massiven Holzkreuze täglich wieder bedacht wurden. Mit durchaus erstaunlichen Aussagen, die aus einer besonderen Zeit heraus entstanden: „Danke lieber Gott – dass ich in die Schule gehen darf!“

Ganz herzlichen Dank den kreativen Gestalterinnen und Gestaltern Martina Allgöwer, Mona Bodamer, Gustav Bott, Irina Haag, Heidi Kopf, Ingrid Schäfer, Nadja Schlagenhof, Christina Schölzhorn, Rahel Schunn, Sandra Straubenmüller-Roth, Sarah Zendler und Jutta Zink.

(Verfasserin Winnie Gegenheimer)

Bitte beachten Sie dass der Osterweg nur von Karfreitag bis Ostermontag aufgebauut war.